Petri Stuhl in Ried

Jeder bewohnte Weiler will seine Dorfkapelle haben; so ist es auch im Ried. Vor der heutigen Kapelle stand in deren Nähe etwas südöstlicher eine kleine Barockkapelle; diese soll 1736 durch Prior Christian Siegen, von 1721 - 1750 Prior in Kippel, erbaut worden sein.
Die neue Kapelle ist eine sympatische Holzkapelle, wie es deren auf Faldum und Hocken ebenfalls gibt. Die Kapelle steht zwischen Ried und Oberried, so dass sie von beiden Weilern bald erreicht werden kann. Bis dahin musste man vom Hotel Nest- und Bietschhorn steil zur Kapelle aufkrappeln, seit 1992 ist sie bequem durch ein Strässchen erreichbar.
Wenn wir über eine Stiege und einen kleinen Vorhof die Kapelle betreten, zeiht ein mächtiges Kreuz mit einem Korpus in Lebensgrösse unsern Blick in Bann. Der Künstler wollte das Kreuzesopfer Jesu als ein blutiges Lebensopfer darstellen. Links sind durch eine einzige Statute dargestellt: Mutter Anna und ihr Töchterlein Maria mit dem Jesuskind auf den Armen, eine sogenannte Darstellung Anna-Selbdritt. Rechts vom Kreuz bewundern wir die St. Barbara Statute. Die Statuen und Gemälde wurden von der alten Kapelle übernommen. Auch diese Barockkapelle hatte in einem Oratorium oder Gebetshäuschen eien Vorgängerin, denn schon der Visitationsakt vom 7./8. September 1687 spricht von einem solchen Oratorium im Ried.
An der nördlichen Kapellenwand sehen wir eine Petrusstatue, die mit der Papstkrone geschmückt ist. Am Feste Petri Stuhlfeier, am 22. Februar, wird denn auch das Kapellenfest begangen. An der Rückwand hängen zwei Ölgemälde; das eine stellt Jesus mit dem Ysopstab dar, das andere zeigt wohl Maria in einer Gebetshaltung und mit verschränkten Händen.
Zum Glück hat man auch das Baujahr der Kapelle festgehalten. Man muss im südlichen Kapellenchor schon gehörig zur Decke aufblicken, um dort die Jahrzahl 1958 lesen zu können. Eingeweiht wurde die neue Holzkapelle erst am St. Josefstag, den 19. März 1959. Der gebürtige Rieder Prior Johann Siegen nahm die Kapellenweihe vor. 
Hiezu wurde vermerkt: "Die neue Kapelle steht im Blumenschmuck und ohne Schulden zuoberst des Weilers. Bald wird das grosse, eindrückliche Kreuz die Kapelle besinnlich beherrschen."  

aus BLATTEN von Pfr. Peter Jossen

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